NORMAN BEAKER BAND

Traditioneller Blues des Altmeisters

02.10.2017

 

Traditioneller Blues des Altmeisters, dann aber auch mal mit mächtig Dampf und völlig staubfrei, authentisch…. Einfach begeisternd
Norman Beaker ist einer der Musiker, der bereits in den frühen 70ere Jahren zur britischen Blues-Szene gehörte. Er spielt mit Alexis Korner, Graham Bond, Jack Bruce, Graham Bond oder B.B. King zusammen. Chris Farlowe gehört zu seinen regelmäßigen Tourpartnern. Über das Fetboard bewegen sich die fünf Finger mit Jahrzehnten an Erfahrung. Die Liste der Platten, auf denen Norman Beaker zu hören ist, ist unheimlich lang. Unter eigenem Namen oder als The Norman Beaker Band erschienen z.B. „The Older I Get… The Better I Was“(1998), „Into The Blues“ (/1989), „Who’s He Calling Me Him?“, „Good Night in Vienna „(2013/mit Larry Garner) oder „Between The Lines“ (2013 mit John Price.
In die lange Reihe gesellt sich mit “Live In Belgrade” eine weitere Scheibe hinzu. Mit einer Gesamtspielzeit von gut 65 Minuten ist die vorliegende Platte definitiv nicht einfach nur Hausmannskost. The Norman Beaker Blues Trio reduziert das Blues-Dressing auf das Wesentliche ein und bringt so die essenziellen Geschmackskomponenten brillant zum Vorschein. Klar, die Drei-Mann-Besetzung bedeutet auch Power Trio. Neben dem Frontman stecken Bassist John Price und Steve Gibson (Schlagzeug) dahinter.
Die Reihe der Eigenkompositionen wird immer wieder ganz geschickt durch Coversongs aufgelockert. So sind es zum Beispiel „It’s Over“ von John Mayall. „Born Under A Band Sign“ schrieben Booker T. Jones und William Bell für Albert King. Muddy Waters‘ „I Can’t Be Satisfied“ gehört auch dazu. Weitere Lieder stammen von Peter Green („Love Her Like The Sky“) und Eddy Boyd („Five Long Years“).
Das letzte Album ist immer das Beste, was ein Künstler bisher auf den Markt gebracht hat. So sieht im Allgemeinen die Sichtweise des Künstlers/Bands aus. Ist ja auch verständlich, denn man muss eine neue Platte ja gegenüber den vorher erschienen Scheiben abgrenzen. Wen interessieret es da, ob man Gleiches auch schon von dem Vorgänger gesagt hat.
Mit „Live In Belgrade“ befindet The Norman Beaker Blues Trio nicht gerade „… On Top Of The World“, um es mit einem der Songtitel aus der Tracklist auszudrücken, aber die dreizehn Lieder tun sich schon aus der allgemeinen Masse an Veröffentlichungen positiv hervor. Da spricht auch die bereits erwähnte Erfahrung aus der Verstärkeranlage des Dom Omladine, wo die Aufnahmen während eines Konzerts am 2. März 2015 entstanden.
Ein Track wie „Born Under A Bad Sign“ erhält sein The Norman Beaker Blues Trio-Alleinstellungsmerkmal durch ein herrliches Solo des Bassisten John Price. Dabei hat er auch noch „The Pink Panther Theme“ von Henry Mancini im Tank. Klasse!“ Schlagzeuger Steve Gibson kommt dann im Rausschmeißer „Tale Of The Blue“ ausreichen lange zu Wort.
1950 geboren, weiß Norman Beaker, wo die Blues-Trigger für die Nerven des Hörers sitzen und wie man sie aktiviert. Da sind Norman Beaker & Co. In dieser Live-Performance Vorbilder. Die Qualitäten der einzelnen Musiker summieren sich zu einem überzeugenden Gesamteindruck, auch wenn die zwölf Nummern keine zusammenhängende Angelegenheit sind. Am abgebrochenen Beifall merkt man hier und da, dass das nächste Lied auf der Scheibe nicht unbedingt auch das des Auftritts war.
Nichtsdestotrotz ist „Live In Belgrade“ eine druckvoll-groovende wie auch sanft-balladeske Sache zwischen Boogie-Rock’n’Roll, Traditional Blues oder Blues Rock mit der man getrost den eigenen Player füttern kann.

www.normanbeaker.com

VK 17,00 € / AK 20,00 €